BesucherInnen trotzen Windstärken


NWZ-LeserInnen besuchen Oldenburger Forschungszentrum ForWind


Vorsichtig schauen die Besucher in den riesigen Windkanal. „Geschwindigkeiten von bis zu 50 Meter pro Sekunde können hier erzeugt werden“, erklärt Hendrik Heißelmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentrums für Windenergieforschung Forwind der Universität Oldenburg, den staunenden NWZ -LeserInnen. Sie hatten am großen Sommergewinnspiel unserer Zeitung teilgenommen und einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Oldenburger Forschungseinrichtung gewonnen.

Windgeschwindigkeiten interessieren ihn seit jeher, erzählte Wilhelm Kolk aus Oldenburg sichtlich beeindruckt von der Technik, die hinter dem Messverfahren steckt. Im Windkanal der Universität werden naturähnliche Windströmungen erzeugt. Dadurch können die Mitarbeiter im Auftrag von Forschung und Industrie Eigenschaften von Objekten wie etwa Rotorblättern untersuchen und vermessen.

In der angrenzenden Forschungswerkstatt erlebten die LeserInnen anschließend am eigenen Leib, wie sich Windgeschwindigkeiten anfühlen. Nacheinander stiegen die BesucherInnen eine Eisentreppe hinauf. Oben angekommen ließ der Wind auch nicht lange auf sich warten. „Frisch und kühl, wie an der Küste“, lautete das Fazit von Marie-Luise Felber aus Rastede, nachdem sie ihre Arme für einen Augenblick in die Windströmung gehalten hatte. Anhand eine sogenannten „aktiven Gitters“ demonstrierte Heißelmann, danach, wie sich im Labor turbulente Strömungen unter kontrollierten Bedingungen herstellen lassen. Besonders mit Blick auf die Windenergie gewinne dieser Bereich immer mehr an Bedeutung, so der Mitarbeiter. Über bewegliche Klappen können die Forscher am Messgerät den Grad der Versperrung dynamisch verändern und die Strukturen von Windströmungen untersuchen.

Auf dem Dach des Gebäudes brachte Stephan Voß, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungseinrichtung, den NWZ -LeserInnen Messverfahren zur Berechnung von horizontalen Windgeschwindigkeiten näher. „Bis zu 200 Meter hoch können wir damit messen, erklärte Voß den vom Wind-Zentrum entwickelten Messapparat. Dieses Verfahren eigne sich besonders für Standortbegutachtungen im Bereich der Windenergie, so Voß. Anhand des Gerätes können vor Ort Windstärken ermittelt werden.

Am Ende der zweistündigen Tour rückten die sturmerprobten LeserInnen nicht nur ihre Frisur zurecht, sondern verließen das Forschungszentrum mit jeder Menge neuer Eindrücke.

Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg

Lesen Sie den Artikel hier nach unter NWZonline