Wie lässt sich Windleistung noch genauer vorhersagen?

ForWind übernimmt Hauptrolle in neuem EU-Projekt


An einer optimierten Windleistungsvorhersage für Europa arbeitet ForWind, das Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg und Hannover, im Rahmen des aktuell gestarteten EU-Forschungsprojektes „SafeWind“.

Ein Schwerpunkt der Oldenburger Forscher ist die flächendeckende Erfassung des Windenergiewetters über Europa. Anhand eines Vergleichs zwischen vorhergesagter und tatsächlicher Windleistung sollen Methoden entwickelt werden, die eine kurzfristige Korrektur der Windleistungsprognosen ermöglichen.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Vorhersagbarkeit sogenannter Extremereignisse. Auf der Basis von Wetterdaten des europäischen Wetterdienstes ECMWF arbeiten die Wissenschaftler unter anderem daran, den Zeitpunkt, zu dem eine Windenergieanlage bei Sturm abgeschaltet werden muss, möglichst genau vorherzubestimmen.

Auf eine effiziente Nutzung von Windstrom bei kritischen Windverhältnissen zielen auch die Berechnungen zur Verlässlichkeit von Windleistungsprognosen: Anhand von Ensemble-Vorhersagen, die das ECMWF erstellt, berechnet ForWind die Unsicherheit von Windleistungsprognosen und liefert damit wichtige Zusatzinformationen für die Netzbetreiber.

Wie präzise sich die Windleistung vorhersagen lässt, hängt auch von regionalen Wetterbedingungen und den Gegebenheiten des Geländes ab. ForWind entwickelt deshalb Kriterien, aus denen sich ablesen lässt, wie gut die Windleistung für einen bestimmten Standort vorhersagbar sein wird. So können diese Informationen bereits bei der Standortwahl einbezogen werden.

Eine verbesserte Vorhersage der zu erwartenden Windleistung und der Schwankungen ist für die effiziente Nutzung der Windenergie zentral. Da das Angebot an Windstrom je nach Wetterlage stark schwankt, benötigt der Stromnetzbetreiber möglichst genaue und frühzeitige Informationen, um auf Spitzen und Flauten im Windstrom-Angebot reagieren können.

In dem internationalen Projektverbund arbeitet ForWind eng mit den Oldenburger Firmen Overspeed und energy&meteo systems zusammen. Unter den 24 Partnern aus zehn Ländern befinden sich zudem der europäische Wetterdienst ECMWF, das TERI-Institut aus Indien sowie Energieversorgungsunternehmen aus Irland, Dänemark, Frankreich, Spanien und Griechenland.


Kontakt
Dipl.-Phys. Jens Tambke
Institut für Physik, AG Energiemeteorologie, Oldenburg
Tel.: +49 (0)441-36116-734
E-Mail: jens.tambke@forwind.de