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Dipl.-Ing. Christian Rathke
Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik, Hannover
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Prof. Dr.-Ing. habil. L. Hofmann
Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik, Hannover
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Medien zum Thema

Netzanbindung von Offshore-Windparks
Lage geplanter und existierender Offshore-Windparks

Netzintegration


Die Errichtung und Netzeinbindung großer europäischer Offshore-Windparks stellt die wohl größte Herausforderung für die Stromnetze in Europa dar. Die Netzintegration der geplanten Windparks mit einer voraussichtlichen Erzeugungskapazität von bis zu 41 GW im gesamten Nordseeraum (siehe Abbildung) ist mit heutiger Technik nur mit erheblichem Aufwand zu realisieren. Die teilweise sehr umfangreichen geplanten Leistungen von über 1.000 MW und Küstenentfernungen von bis zu 200 km zu möglichen Netzanschlusspunkten machen die Nutzung unkonventioneller Übertragungssysteme erforderlich. Die Integration der geplanten Erzeugerleistung in die bestehenden Übertragungsnetze und der Abtransport der erzeugten Energie in die Verbrauchszentren stellt ebenfalls eine besondere technische Herausforderung dar.

Die Forschung zum Thema Netzintegration gliedert sich in die Bereiche Netzanbindung und Systemintegration.

Die Rahmenbedingungen für den Netzanschluss haben sich durch eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes grundlegend geändert. Die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland sind hiermit verpflichtet worden, Offshore-Windparks an ihr Netz anzuschließen. Dadurch wird es nun möglich, den Netzanschluss effizienter zu gestalten, indem mehrere Windparks mittels unkonventioneller hochleistungs-Übertragungssysteme, z.B. Gasisolierter Rohrleiter, gemeinsam an das Netz angeschlossen werden. Untersucht wird hier insbesondere die Machbarkeit eines zukünftigen Nordsee-Verbundnetzes der geplanten Windparks. (Zum EU-Projekt Netzanbindung von Offshore-Windparks mit Gasisolierten Leitungen)

Neben der Anbindung an das Festland werden auch die Auswirkungen einer zentralen Windenergieeinspeisung im Bereich der Nordsee auf das Übertragungsnetz und den europäischen Stromhandel untersucht. Die Ziele sind hierbei die Entwicklung eines Marktmodells und darauf aufbauend die Identifikation von Netzengpässen sowie die Ermittelung des Einflusses von hoher Windenergieeinspeisung auf den Einsatz thermischer Kraftwerke. Anhand der hieraus resultierenden Ergebnisse sollen dann im weiteren Verlauf der Forschung verschiedene Netzausbauszenarien und Maßnahmen zur Engpassminderung, z.B. Redispatch thermischer Kraftwerke, untersucht werden. Hierbei wird neben dem Ausbau des vorhandenen Netzes auch die Einführung eines zusätzlichen gesamteuropäischen Overlaynetzes analysiert.