Echtzeitüberwachung von Windenergieanlagen


Bei einem Kickoff-Treffen im Oldenburger WindLab bei ForWind kamen am 28. Oktober die Partner im kürzlich gestarteten Forschungsprojekt ConUp zusammen. Das Verbundvorhaben wird über eine Laufzeit von drei Jahren vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit insgesamt 1,2 Millionen Euro gefördert. Im Rahmen von ConUp wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Methoden erarbeiten, um bestehende Windenergieanlagen einfacher und schneller modernisieren zu können.

Um zukünftig mehr Energie aus Wind zu erzeugen, müssen die Kosten für die Herstellung und den Betrieb von Windenergieanlagen weiter reduziert und neue Standorte erschlossen werden. Neben neuen Konzepten für effizientere Anlagen, kann auch der Betrieb bestehender Anlagen verbessert werden, um den Energieertrag zu erhöhen und die Lebensdauer zu verlängern. Bei der Modernisierung und Nachrüstung bleibt derzeit allerdings Potential ungenutzt, da Windparkbetreiber bei vielen Nachbesserungen auf die Anlagenhersteller angewiesen sind oder aufwendig das komplette Hard- und Softwaresystem austauschen müssen. Hinzu kommt, dass für einige Änderungen die Standsicherheit überprüft und gegebenenfalls neu zertifiziert werden muss.

Ein zusätzliches Überwachungssystem in den Windenergieanlagen kann helfen, den Aufwand bei Modernisierungen zu verringern. Die Projektpartner wollen im Rahmen von ConUp ein System erarbeiten, das temporär oder ständig kritische Betriebsparameter der Windenergieanlage in Echtzeit misst, bewertet und daraus erforderliche Maßnahmen für die Betriebsführung ableitet. Außerdem entwickeln sie ein vereinfachtes Verfahren zur Begutachtung der Implementation derartiger Überwachungssysteme. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden das Überwachungssystem in Computersimulationen, in Experimenten im Windkanal und bei Messungen an einer realen Anlage im Freifeld testen und verfeinern.

Bei ConUp ist der ForWind-Standort an der Universität Oldenburg (Projektkoordination) mit den Arbeitsgruppen „Windenergiesysteme“ und „Turbulenz, Windenergie und Stochastik“ sowie der ForWind-Standort an der Universität Bremen mit dem Institut für elektrische Antriebe, Leistungselektronik und Bauelemente (IALB) beteiligt. Ergänzt wird das Projektkonsortium durch die Windrad Engineering GmbH, die WIHM-Tech GmbH, die WindGuard Certification GmbH und die EnergieKontor Management GmbH & Co. KG.

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